Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Update: Meine derzeitigen Lieblingsrestaurants in Elmshorn

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Wenn es nach den Klick-Statistiken geht, scheinen hier auf diesem Blog nach wie vor Beiträge über Restaurants am meisten Interesse zu wecken. Und weil sich seit meinem letzten Update im Dezember 2017 schon wieder einiges getan hat, habe ich die Liste meiner Lieblingsrestaurants nochmal überarbeitet.

Eines hat sich bis dato nicht verändert: Mit dem kulinarischen Angebot der nahegelegenen Metropole Hamburg kann Elmshorn weiterhin nicht mithalten. Und einen Sternekoch hat es immer noch nicht hierher verschlagen. Nach ein paar Jahren Beobachtung muss ich dann doch zugeben: Elmshorn scheint kulinarisch ein schwieriges Pflaster zu sein. Aber trotzdem muss man in Elmshorn und Umgebung nicht auf gute Küche verzichten. Mittlerweile habe ich eine ganze Reihe von Restaurants getestet und für gut befunden. Hier findet ihr einmal meine Auswahl und kurze Bewertung (in alphabetischer Reihenfolge).

Auszeit am See. Das italienische Restaurant Auszeit am Seebesticht durch seine wunderbare Lage im Steindamm, dank der Parkpalette nebenan sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden. Zum Kaffeetrinken bei Sonnenschein auf der Terrasse zu sitzen, ist auch in jedem Fall empfehlenswert.

Broderick. Seit dem Betreiberwechsel hat der Irish Pub Broderick am Bahnhof eine neue Speisekarte u. a. mit vielen Burgern, mit der man sich durchaus lecker und nicht allzu teuer sattessen kann (für Freunde der Low-Carb-Küche auch mit Portobello-Pilzen statt Burger-Brötchen!). Nette Atmosphäre, umfangreiche Bier- und Whiskey-Auswahl. Oft gibt es Live-Musik und Parties.

Café Lykke. In diesem süßen kleinen Café in der Nachbarschaft von Stadtbücherei und Nikolaikirche kann man lecker frühstücken, Waffeln und Pfannkuchen genießen oder mittags seinen Hunger stillen. Das Café Lykke überzeugt durch frische, regionale Zutaten in Bioqualität, die skandinavisch anmutende Gemütlichkeit – und im Sommer mit seinem bezaubernden Hinterhof.

Casablanca. Die erste Adresse, wenn es um einen Treffpunkt für Vereine geht. Im Casablancasitzen immer viele größere Gruppen an den Tischen und arbeiten sich durch ihre Agenden. Übrigens bei sehr leckerem Essen (Pizzen, Salate, Aufläufe, vegetarische und Fleischgerichte). Kleines Manko: Weil das Casablanca oft für geschlossene Veranstaltungen gebucht wird, kommt man nicht immer rein. Oft gibt es aber auch Live-Musik und Parties.

Da Gino. Noch eine Anlaufstelle, wenn einem am Bahnhof der Hunger packt. Im Da Gino gibt es leckere klassische italienische Küche, frische Besonderheiten auf der Tageskarte. Allerdings reißt mich persönlich die Inneneinrichtung nicht so vom Hocker.

Der kleine Heinrich. Hier muss man bis Glückstadt fahren, doch ein Besuch im Kleinen Heinrichlohnt sich auf alle Fälle. Man sollte unbedingt einen Tisch im oberen Stockwerk des urigen alten Gemäuers reservieren, wo der Boden so schief ist, dass man ein bisschen Sorge hat, dass einem der Tisch wegrutscht. Leckere norddeutsche Küche, nach der man zu einem kleinen Verdauungsspaziergang durch die Glückstädter Gassen zum Hafen spazieren kann.

El Toro de Oro. Leider hat kürzlich das Toro de Oro in Uetersen, wo man tolle Tapas und Weine genießen und im angrenzenden Weindepot auch Wein kaufen konnte, dicht gemacht. Am mangelnden Interesse des Publikums hat es nicht gelegen, laut Aussage auf der Homepage eher an Differenzen mit dem Verpächter des Ladenlokals. Doch die Betreiber versprechen, bald an neuer Stelle wieder ein Tapas-Lokal zu eröffnen – ich hoffe, nicht allzu weit von Elmshorn entfernt oder vielleicht sogar in Elmshorn selbst!

Fährhaus Kollmar. Nur 14 Kilometer von Elmshorn entfernt, und doch habe ich bei jedem Besuch in Kollmar ein kleines bisschen Urlaubsgefühle. Leider hat das frühere Fährhaus Kollmar Anfang 2018 dicht gemacht. Doch die neuen Eigentümer sind schon fleißig, wie man auf der Homepage nachlesen kann. Ich freue mich schon auf die Neueröffnung, die für „die Saison 2019“ angekündigt ist. Zum Nachtisch empfiehlt es sich übrigens, ein paar Schritte weiter hinter dem Deich im Café Sünnschien ein Eis zu essen. Ich finde das hausgemachte Eis dort um Klassen besser als das beim Platzhirschen Eiscafé Vittoria mit seinen X Filialen in Elmshorn.

Jim Coffey. Im Jim Coffey in der Peterstraße gibt es leckeren Kaffee, Frühstück, Kuchen und Gebäck – außerdem beteiligt sich der Laden gern an Events wie etwa der Nacht der Gix 2016 , bei der ichauf die Hamburger Sängerin Sarajane aufmerksam geworden bin, die seither sehr hoch im Kurs bei mir steht. Leider hat sich das 2017 begonnene Konzept mit erweiterten Öffnungszeiten und einer Abendkarte mit Sandwiches, Salate und Ofenkartoffeln sowie Wein-, Bier- und Cocktailauswahl nicht durchgesetzt. Das Jim Coffey hat deshalb inzwischen wieder nur tagsüber geöffnet – schade!

Klosterküche Uetersen. Ein uriges altes Fachwerkhaus in einem verwunschen Garten versteckt sich in Uetersen hinter der Klosterkirche und beherbergt die schnuckelige Klosterküche. Einfallsreiche und modern interpretierte regionale Küche aus saisonalen Zutaten, zubereitet von zwei leidenschaftlichen Gastronomen, die ihr Handwerk in Gourmetrestaurants auf Kreuzfahrtschiffen gelernt haben und in ihrer Klosterküche alles selbst frisch zubereiten. Unbedingt reservieren – weil das Restaurant gern für geschlossene Veranstaltungen gebucht wird, kann ein Spontanbesuch auch mal scheitern

Köz Divan. Ein gewisses Imbiss-Flair lässt sich nicht wegdiskutieren, wenn man im Eingangsbereich eines Restaurants Döner auf die Hand kaufen kann. Doch im rechten Teil des neuen Lokals Köz Divan am Elmshorner Bahnhofs kann man gemütlich sitzen, wird am Tisch bedient und kann eine doch ziemlich umfangreiche Auswahl türkischer Gerichte auch jenseits von Döner und Lahmacun genießen.

Lay’s Loft. Die rund 10 Kilometer Fahrt nach Barmstedt lohnen sich unbedingt, wenn man sich einmal ein besonderes Dinner gönnen möchte. In der ehemaligen Industrieruine der Wachsfabrik Schlickum hat sich vor ca. fünf Jahren das tolle Restaurant Lay’s Loft angesiedelt, in dem man raffiniert essen kann. Dank der großartigen Räumlichkeiten übrigens auch eine tolle Kulisse für Familienfeiern aller Art!

Meusels Landdrostei. Ebenfalls nicht in Elmshorn, aber Meusels Landdrostei in Pinneberg ist eine absolute Topadresse, wenn es um feine Küche mit guter Weinbegleitung und exzellentem Service geht. Zum ersten Mal hatte es uns dorthin verschlagen, als wir nach einem Theaterstück im Forum-Theater noch einen kleinen Hunger verspürten. Obwohl die Küche eigentlich längst geschlossen hatte, bekamen wir noch eine sehr leckere Käseplatte, zu der ich den ersten weißen Merlot meines Lebens trank – köstlich. Und das beste: Bei unserem nächsten Besuch dort, viele Monate später, erinnerte sich der Kellner noch an den Wein, den ich seinerzeit dort getrunken hatte. Vielleicht hat er auch nur geflunkert, aber dann sehr überzeugend – und auch der Wein beim zweiten Mal war hervorragend.

Ochi’s. Wer in Elmshorn mit der Bahn strandet und Zeit überbrücken muss, hat es wirklich gut. In Bahnhofsnähe gibt es nicht nur das Broderick, sondern auch das Ochi’s (was nach Auskunft einer Kellnerin „Oschis“ ausgesprochen wird). Mein Mann und ich landen hier regelmäßig, wenn einer von uns beruflich mit der Bahn unterwegs war und der andere ihn abholt. Oft genug haben wir dann nämlich keine Lust zu kochen und spazieren einfach ins Ochi’s, wo wir gern leckere Salate (meine Favoriten sind der Salat mit Lammfilets oder der mit Calamaretti) oder etwas Schönes von der Tageskarte bestellen.

Restaurant Royal. Als bekennende Liebhaberin der persischen Küche habe ich mich sehr gefreut, dass im lange verwaisten Restaurant des Hotel Royal vor wenigen Wochen das persische Restaurant Royal aufgemacht hat. Die Speisekarte des Royal umfasst alle Gerichte, die ich in einem persischen Restaurant erwarten würde: von typisch iranischen Vorspeisen wie Kräuter-Omelette (Kuku Sabzi) über Hackfleischspieße vom Grill (Kabab) und verschiedene Eintopf-Gerichte (Khoresh) mit Basmatireis bis hin zu typisch iranischen Desserts wie Eiskrem mit Safran und Rosenwasser – alles zu sehr zivilen Preisen. Bitte durchhalten!

Sahneschnitte. Kein Restaurant im klassischen Sinn, aber ein Boutique-Café Sahneschnitte, das 4x pro Woche im Veranstaltungsraum der Königsklasse anzutreffen ist. Hier kann man nachmittags leckere hausgemachte Kuchen und Torten und gegen Abend Flammkuchen, Butterbrote oder andere deftige Snacks am großen Community-Tisch essen kann. Um den großen Tisch herum stehen Kleiderstangen mit unzähligen umwerfenden Kleidern, viele davon im Stil der 50er Jahre, die am besten mit einem bauschigen Petticoat aussehen. Besser als Online-Shopping!

Salento. Für die Freunde guter italienischer Küche eignet sich das am Ramskamp gelegene Salento. Toll sind die wöchentlichen Aktions-Menüs, über die man sich u. a. im Lokalanzeiger informieren kann, und natürlich die mit Trüffeln im ganzen Parmesanlaib geschwenkten Pasta. Mir gefällt es, wenn Kellner Luigi zum Abschied jedem Gast zuruft „Ciao, bis morgen!“ Wie viele brave Deutsche haben da wohl schon „bis morgen“ geantwortet und sind dann am nächsten Tag gleich wiedergekommen, weil sie ja nicht ihr Versprechen brechen wollten?

Sette Feinbistro. Dieses kleine Lokal in der Alten Marktstraße hat es sogar in den Guide Michelin geschafft und wurde außerdem von der Zeitschrift „Feinschmecker“ zu einem der 20 besten italienischen Restaurants (Platz 17 noch vor Cornelia Poletto aus Hamburg) gekürt. Sehr feines Essen, mittlerweile zum Glück auch (zumindest sporadisch) abends geöffnet.

Turnerheim Elmshorn. Seit die neue EMTV-Sporthalle im Herbst 2015 in Betrieb gegangen ist, hat auch das Turnerheim neue Räumlichkeiten bezogen. Und das ist eben keine piefige Vereinskneipe, sondern ein sehr ansprechender Ort, wo man sehr leckere Salate (z. B. den Salat mit gebackenen Lachsstreifen und Spiegelei), Toasts und Aufläufe essen kann.

Als nächste Restaurants haben wir vermutlich das im Februar 2019 neu eröffnete Ristorante Alfredo (Nachfolger des leider geschlossenen portugiesischen Restaurants Porto Banus in der Friedensstraße) und das Schönes Leben in Neuendeich auf dem Zettel, die kennen wir nämlich noch nicht. Und wenn ich einen gastronomischen Wunsch frei hätte, dann würde sich nicht nur das Toro de Oro, sondern auch noch ein indisches Restaurant hier in Elmshorn ansiedeln. Wäre das auch nach eurem Geschmack?

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