Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

„In Elmshorn kann man nicht gut Essen gehen!“ – Einspruch: Ich finde, das stimmt nicht!

7 Kommentare

Es gibt eine Fraktion hartnäckiger Elmshorn-Mäkler, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben – selbst wenn sie zum Teil schon jahrzehntelang hier leben und eigentlich wissen müssten, dass ihre Haltung ein bisschen arg einseitig ist. Das gilt auch für die Beurteilung der hiesigen Restaurantszene. Ich wiederum finde die gar nicht so schlecht. Hier meine persönliche Favoritenliste.

Elmshorn hat bei vielen seiner Bewohner einen schweren Stand. Das ist mir schon aufgefallen, als ich 2012 gerade hierher gezogen war. In einem meiner ersten Blogbeiträge habe ich schon darüber geschrieben: Wann immer ich erwähnte, dass ich von Hamburg nach Elmshorn gezogen bin, stieß ich auf pures Unverständnis: „Warum in aller Welt sind Sie denn gerade hierher gezogen?“ Das kann einen als Neubürger schon ein wenig verunsichern. Zum Glück habe ich mich nicht davon abschrecken lassen und im Gegenteil beschlossen, über mein Leben in Elmshorn zu bloggen und auf diese Weise meine ganz persönlichen Eindrücke festzuhalten, was mir hier in Elmshorn gefällt und was eher nicht so toll ist.

Nicht vergessen: Hamburg hat ein 40-mal größeres Publikum als Elmshorn

Bis heute fällt mir auf, dass viele Leute in Elmshorn unzufrieden mit der hiesigen Gastronomie sind. „Hier kann man nicht gut Essen gehen“, habe ich schon unzählige Male gehört. Und wundere mich darüber. Ich fürchte, manche Leute erheben die nahe gelegene Metropole Hamburg zum Maßstab auch für das Angebot in einer kleinen Stadt wie Elmshorn. Das ist natürlich unfair, denn mit knapp zwei Millionen Einwohnern hat Hamburg schließlich ein ungefähr 40-mal größeres Publikum als Elmshorn mit seinen 50.000 Einwohnern. Da ist es doch einleuchtend, dass sich hier nicht für jeden ganz speziellen Geschmack ein eigenes Restaurant betreiben lässt.

Ich habe in den gut dreieinhalb Jahren hier in Elmshorn trotzdem eine ganze Reihe von Restaurants getestet und für gut befunden. Hier findet ihr einmal meine Auswahl und kurze Bewertung (in alphabetischer Reihenfolge).

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Auszeit am See. Wunderbare Lage im Steindammpark, dank der Parkpalette nebenan sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden. Zum Abendessen war ich zwar bislang erst bei der Eröffnung vor gut einem Jahr, aber zum Kaffeetrinken bei Sonnenschein auf der Terrasse zu sitzen, ist auch in jedem Fall empfehlenswert.

Broderick. Okay, der Irish Pub am Bahnhof läuft wohl eher unter Kneipe. Aber er hat eine Speisekarte, mit der man sich durchaus lecker und nicht allzu teuer sattessen kann. Nette Atmosphäre, umfangreiche Bier- und Whiskey-Auswahl. Oft gibt es Live-Musik und Parties.

Café Algarve. Seit ein paar Monaten an der Holstenstraße zu finden. Leckerer portugiesischer Galao, dazu süßes Kleingebäck oder kleine warme Gerichte zum Mittagstisch. Der nette junge Mann hinter dem Tresen stammt übrigens nicht aus Portugal, sondern aus Istanbul. Doch er fand, hier fehlt ein portugiesisches Café (und eben keine Dönerbude). Recht hat er.

Casablanca. Die erste Adresse, wenn es um einen Treffpunkt für Vereine geht. Hier sitzen immer viele größere Gruppen an den Tischen und arbeiten sich durch ihre Agenden. Übrigens bei sehr leckerem Essen (Pizzen, Salate, Aufläufe, vegetarische und Fleischgerichte). Kleines Manko: Weil das Casablanca oft für geschlossene Veranstaltungen gebucht wird, kommt man nicht immer rein. Oft gibt es aber auch Live-Musik und Parties.

Kantine.  Ein bisschen versteckt im Schatten von Jacobs/Mondelez in der Lornsenstraße gelegen. Hier hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Betreiberwechsel gegeben. Doch der Besuch lohnt sich: Alle 14 Tage wechselt die Speisekarte, auf der man mal Flammkuchen und mal Grünkohl findet.

Ochi’s. Wer in Elmshorn mit der Bahn strandet und Zeit überbrücken muss, hat es wirklich gut. In Bahnhofsnähe gibt es nicht nur das Broderick, sondern auch das Ochi’s (was nach Auskunft einer Kellnerin „Oschis“ ausgesprochen wird). Mein Mann und ich landen hier regelmäßig, wenn einer von uns beruflich mit der Bahn unterwegs war und der andere ihn abholt. Oft genug haben wir dann nämlich keine Lust zu kochen und spazieren einfach ins Ochi’s, wo wir neuerdings keine Pizza mehr (der Ofen ist kaput!), aber dafür leckere Salate (meine Favoriten sind der Salat mit Lammfilets oder der mit Calamaretti) oder etwas Schönes von der Tageskarte bestellen.

Portugal. Nach der Eröffnung des Café Algarve öffnete Ende 2015 auch noch ein richtiges portugiesisches Restaurant in Elmshorn. Leckere Tapas und Fischgerichte, nette Bedienung. Also nicht vorbeilaufen, auch wenn das Restaurant von außen nicht so spektakulär aussieht.

Salento. Für die Freunde guter italienischer Küche, am Ramskamp gelegen. Ganz große Klasse sind die wöchentlichen Aktions-Menüs und natürlich die mit Trüffeln im ganzen Parmesanlaib geschwenkten Pasta. Mir gefällt es, wenn Kellner Luigi zum Abschied jedem Gast zuruft „Ciao, bis morgen!“ Wie viele brave Deutsche haben da wohl schon „bis morgen“ geantwortet und sind dann am nächsten Tag gleich wiedergekommen, weil sie ja nicht ihr Versprechen brechen wollten?

Scheune. Man kommt eigentlich nicht daran vorbei, wenn man im Cineplex  Kinokarten gekauft hat und noch ein bisschen Zeit bis zum Film überbrücken muss. Das kann man aber auch recht lecker tun, es gibt hier das übliche Bistro-/Pizzeria-Sortiment. Und Sport im Fernsehen, was meinem Mann immer ganz gut gefällt.

Sette Feinbistro.  Dieses kleine Lokal in der Alten Marktstraße hat es sogar in den Guide Michelin geschafft und wurde außerdem von der Zeitschrift „Feinschmecker“ zu einem der 20 besten italienischen Restaurants (Platz 17 noch vor Cornelia Poletto aus Hamburg) gekürt. Sehr feines Essen, leider hat es nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten (Mo-Do 11-14:30 Uhr, Fr 17:30-19 Uhr).

Teppanhouse. Am Liether Forst gelegen. Andere asiatische Restaurants in Elmshorn haben mich bislang immer durch den Geruch nach Frittierfett im Eingangsbereich vertrieben, doch im Teppanhouse esse ich ganz gern. Wie bei den meisten mongolischen Restaurants, gibt es auch hier ein All-you-can-eat-Buffet, bei dem man beliebig oft und viel zulangen kann. Was gleichzeitig der Vorteil und auch der Nachteil ist, weil ich dann dazu neige, mich zu überfressen. Aber man kann sich seine Zutaten (inklusive exotisch anmutender Dinge wie Haifisch- oder Känguruhfleisch) selbst am Buffet zusammenstellen und dann beim Brutzeln zuschauen.

Turnerheim Elmshorn. Seit die neue EMTV-Sporthalle im Herbst 2015 in Betrieb ist , hat auch das Turnerheim neue Räumlichkeiten bezogen. Und das ist eben keine piefige Vereinskneipe, sondern ein sehr ansprechender Ort, wo man sehr leckere Salate (z. B. den Salat mit gebackenen Lachsstreifen und Spiegelei), Toasts und Aufläufe essen kann.

Was sind eure Lieblingsrestaurants in Elmshorn? Welches Restaurant sollte ich unbedingt einmal testen?

Nachtrag: Zu diesem Beitrag von Februar 2016 gibt es ein Update von Ende 2017!

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7 Kommentare zu “„In Elmshorn kann man nicht gut Essen gehen!“ – Einspruch: Ich finde, das stimmt nicht!

  1. Danke für diese nützliche Aufstellung – jetzt weiß ich, wo ich hingehen kann, nachdem es nun das Dolce Vita und den Bambusgarten nicht mehr gibt. Zwei Anmerkungen zum Teppanhouse: 1.) eignet sich auch für etwas größere Gruppen, die haben viel Platz. Und 2.) von den Ozeanographen und Meeresbiologen der Uni in Kiel habe ich erfahren, dass man Hai aus ökologischen Gründen möglichst nicht verzehren sollte. Das Teppan bietet ja trotzdem genug Auswahl. Guten Appetit!

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  2. Das Sucredo (früher Schützenhof) in der Turnstr.
    Sehr empfehlenswert!

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  3. Im Rio Grande gibt es sehr gute und leckere Steaks.

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  4. Als griechisches Restaurant empfehle ich das Samos an der Trabrennbahn. Nette Atmosphäre und sehr leckeres und reichliches Essen, dass man auch für außer Haus zum Abholen bestellen kann.

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