Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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Das Mysterium Einkaufszettel: Wigald Boning im Stadttheater Elmshorn

Manchen ist Wigald Boning noch als Comedian aus der RTL-Show „Samstag Nacht“ bekannt, die von 1993 bis 1998 ausgestrahlt wurde. Andere kennen ihn aus der ZDF-Show „Nicht nachmachen“. Vor einer Weile machte mich mein marathonbegeisterter Mann darauf aufmerksam, dass Wigald Boning außerdem Extremsportler und Ultramarathonläufer ist. Gestern abend bekamen wir im Elmshorner Stadttheater ein wenig Einblick in ein weiteres skurrilles Hobby des Comedians: das Sammeln von Einkaufszetteln.

Kann man einen ganzen Abend lang auf einer Bühne über Einkaufszettel reden und damit Leute unterhalten? Ja, man kann. Zumindest wenn man Wigald Boning heißt und ein Faible für skurrile und extreme Freizeitbeschäftigungen hat. Gestern Abend war er mir seinem Bühnenprogramm „Butter, Brot und Läusespray, was Einkaufszettel über uns verraten!“ im Stadttheater Elmshorn zu Gast und startete einen erfolgreichen Dauerangriff auf die Lachmuskeln des Publikums. Nur ein paar Leute hatten offenbar die Programmankündigung nicht richtig gelesen oder nicht kapiert, dass es tatsächlich von 19 bis 21 Uhr um Einkaufszettel gehen würde, die Leute nach dem Einkauf vor dem Supermarkt ins Gebüsch schmeißen – und die Wigald Boning dann einsammelt und einer ausführlichen graphologischen, materialkundlichen und psychologischen Analyse unterzieht. Diese Leute holten sich in der Pause kopfschüttelnd ihre Mäntel an der Garderobe ab und gingen. Tja, über Humor kann man geteilter Meinung sein… Weiterlesen

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Tipps für Exil-Elmshorner: Wo kaufe ich graue Erbsen?

Wer nicht (mehr) in Elmshorn lebt, hat es gar nicht so leicht, die hiesige Tradition des Graue-Erbsen-Essens in der Faschingswoche aufrecht zu erhalten. Ich habe mich einmal im Netz umgeschaut, wo man die Hülsenfrüchte online kaufen kann.

Sogar die Wikipedia weiß, dass das Graue-Erbsen-Essen am Faschingsdienstag eine Tradition ist, die man außerhalb Elmshorns und Umgebung nirgends findet. Und auch generell stehen graue Erbsen (auch Kapuzinererbsen oder braune Erbsen genannt) nur in wenigen Regionen auf dem festen Speiseplan. Außer in Elmshorn hat man nur noch in Holland oder Ostfriesland ein gewisses Faible dafür.Wer außerhalb der Elmshorner Stadtgrenzen graue Erbsen kaufen will, wird deshalb im lokalen  Supermarkt in der Regel nicht fündig. Weiterlesen


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Graue Erbsen: Dieses Jahr waren wir im EMTV-Turnerheim

Einer der vielen Kommentare auf meinen Blogbeitrag zur Elmshorner Restaurant-Szene vor ein paar Tagen lautete: „Ich bin schon mal gespannt, wo du in diesem Jahr graue Erbsen essen gehst!“ Uff, darüber hatte ich mir noch so gar keine Gedanken gemacht! Wie gut traf es sich da, dass mein Mann und ich nach dem gestrigen Schwimmtraining zu faul zum Kochen waren und ohne Reservierung auf Verdacht im EMTV-Turnerheim vorbeischauten.

Im EMTV-Turnerheim, auf das ich erstmals bei der Einweihung der neuen EMTV-Sporthalle aufmerksam geworden bin, gibt es diese gesamte Woche über graue Erbsen satt für 9,50 Euro. Und wenn ich sage „satt“, dann meine ich auch „satt“. Mit Kasseler, Kochwurst, Schweinebacke, Salzkartoffeln und Speckstippe, wie es sich gehört. Wir waren zunächst unsicher, ob wir es wagen sollen, ohne Reservierung aufzukreuzen. Denn schließlich herrscht zur graue-Erbsen-Zeit regelmäßig Ausnahmezustand in der hiesigen Gastronomie. Alle Lokale sind randvoll, vielerorts hat man nur mit Reservierung eine Chance auf einen Tisch. Weiterlesen


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Sibirien-Marathon: Mit einer IDAA-Staffel 59-mal um den See

Für Leute aus Elmshorn ist es nicht weiter erklärungsbedürftig, wenn man ankündigt, dass man in Sibirien an einem Marathon teilnehmen möchte. Für andere hingegen schon: „Ihr wollt wirklich im Februar bis nach Sibirien und dort auch noch einen Marathon laufen? Seid ihr noch ganz dicht?“, sagen alle, die woanders wohnen und deshalb nicht wissen, dass Sibirien ein Stadtteil von Elmshorn ist.

Ich muss zugeben, dass genau diese Reaktion auswärtiger Mitmenschen für mich den besonderen Reiz des Sibirien-Marathons ausgemacht hat. Das macht sich in einer Läufer-Vita einfach gut. Abgesehen davon ist es auch einfach ein ziemlich abgefahrenes Event. Denn zum einen führt einen der Sibirien-Marathon nicht über eine lange, idealerweise landschaftlich abwechslungsreiche Laufstrecke, sondern einfach 59-mal um den (dafür allerdings sehr hübschen) See im Forst Sibirien. Und zum anderen laufen dort einige ziemlich krasse Marathonis mit. Allen voran Christian Hottas, der Veranstalter dieses Lauf-Events am Rande Elmshorns. Weiterlesen


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„In Elmshorn kann man nicht gut Essen gehen!“ – Einspruch: Ich finde, das stimmt nicht!

Es gibt eine Fraktion hartnäckiger Elmshorn-Mäkler, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben – selbst wenn sie zum Teil schon jahrzehntelang hier leben und eigentlich wissen müssten, dass ihre Haltung ein bisschen arg einseitig ist. Das gilt auch für die Beurteilung der hiesigen Restaurantszene. Ich wiederum finde die gar nicht so schlecht. Hier meine persönliche Favoritenliste.

Elmshorn hat bei vielen seiner Bewohner einen schweren Stand. Das ist mir schon aufgefallen, als ich 2012 gerade hierher gezogen war. In einem meiner ersten Blogbeiträge habe ich schon darüber geschrieben: Wann immer ich erwähnte, dass ich von Hamburg nach Elmshorn gezogen bin, stieß ich auf pures Unverständnis: „Warum in aller Welt sind Sie denn gerade hierher gezogen?“ Das kann einen als Neubürger schon ein wenig verunsichern. Zum Glück habe ich mich nicht davon abschrecken lassen und im Gegenteil beschlossen, über mein Leben in Elmshorn zu bloggen und auf diese Weise meine ganz persönlichen Eindrücke festzuhalten, was mir hier in Elmshorn gefällt und was eher nicht so toll ist. Weiterlesen