Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Saatkrähen: Die einen lieben sie, die anderen verscheuchen sie…

3 Kommentare

Habt ihr neulich im „Stern“ die Geschichte von dem Mädchen aus Seattle gelesen, dem Krähen regelmäßig Geschenke bringen, weil es sie füttert? Also hier in Elmshorn gibt’s keine Geschenke von den Viechern, nur Geschrei und Gescheiße. Deshalb bin ich höchst einverstanden damit, dass sie mit allen Mitteln vertrieben werden, die der Naturschutz erlaubt.

Gabi ist acht Jahre alt und wohnt in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Sie war neulich Heldin einer niedlichen Geschichte im „Stern“. Denn sie füttert die Krähen in ihrem Garten und bekommt dafür Geschenke von den schlauen schwarzen Vögeln gebracht: bunte Glasscherben, bunte Knöpfe, kleine Gegenstände aus Metall, welche die Kleine einzeln abpackt und katalogisiert. Die Krähen scheinen die Dinge tatsächlich anzuschleppen, um sich bei dem Mädchen für das Futter zu bedanken.

Wer mich bescheißt, ist nicht mein Freund

Die Geschichte gefiel mir solange gut, bis ich das Bild von den Stromleitungen in der Nachbarschaft von Gabis Haus sah, auf denen ziemlich viele Krähen saßen. Solche Bilder sieht man auch in Elmshorn an jeder Ecke. Und sie sind für mich mit ohrenbetäubendem Geschrei und zugeschissenen Gehwegen verbunden. Vor gut zwei Jahren, als ich als Elmshorn-Anfänger leichtsinnigerweise mein Auto für kurze Zeit am Bahnhofsvorplatz parkte, machten die Biester ziemlich kurzen Prozess mit meinem hübschen roten Gefährt, wie man hier nachlesen kann. Seither bin ich kein Freund von Saatkrähen, Naturschutz hin oder her.

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Solange sie den Schnabel und den Schließmuskel halten, sind Saatkrähen ja ganz ok… Foto: John Haslam (Flickr: Father and Son) via Wikimedia Commons

Panikrufe aus Lautsprechern – ob sich die schlauen Vögel damit austricksen lassen?

Mit meinem Ärger bin ich nicht allein: Die Elmshorner Population von etwa 1.000 Saatkrähen sorgt insbesondere im Frühjahr, wenn die Brutzeit beginnt, immer wieder für Beschwerden aus der Bevölkerung. Dieses Jahr will die Stadt erstmals in einem eigens vom Land Schleswig-Holstein genehmigten Pilotprojekt versuchen, die Krähen von drei neuralgischen Punkten zu vertreiben. An der Bismarckstraße, am Alten Markt und auf dem Buttermarkt werden die Vögel nun mit neuen Methoden vergrämt, und zwar mit Panikrufen aus Lautsprechern, die an den Gebäuden installiert werden.

An der Bismarckschule ist mir noch keine Veränderung aufgefallen

Vor ein paar Tagen bin ich einmal an der Bismarckschule vorbeigeradelt, um mir anzuschauen (oder eher anzuhören), wie das in der Realität vonstatten geht. Ehrlich gesagt ist mir keine Veränderung zu vorher aufgefallen. Die Krähen saßen in den Bäumen, krächzten vor sich hin, und alles Geschrei schien auch tatsächlich aus ihren Schnäbeln und nicht aus irgendwelchen Lautsprechern zu kommen. Habe ich da etwas übersehen? Hat jemand schon beobachtet, dass das neue System an irgendeiner Stelle funktioniert? Wer weiß mehr dazu?

3 Kommentare zu “Saatkrähen: Die einen lieben sie, die anderen verscheuchen sie…

  1. Also ich hatte das Gefühl, dass es in der Bismarckstraße recht gut funktioniert. Die einzigen sichtbaren Krähen waren in sicherem Abstand zum Lautsprecher bei der Weißen Villa, ansonsten keine Nester und keine Vögel in den Bäumen. Natürlich ist die Kolonie nur wenige Meter zum Rathaus weitergezogen… 😉

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  2. Also ich wohne an der Bismarckalle u.ich kann nur dazu sagen:der Lautsprecher nervt ganz furchtbar:!!!!!!!!Der plärt von morgens 6.-21.30 Uhr in 10 Min.Tackt in die Richtung der Biernatzkistr.wo ich mein Schlafzimmer habe.Ich kann seit Wochen nicht mehr dort schlafen,weil ich den Lärm in geballter Ladung von den Krähen u.dem Lautsprecher aushalten muß.In der Terra X Sendung wurde der gar nicht erwähnt,dabei hängt der schon seid dem letzten Jahr dort.Ich u.eine Nachbarin sind akribisch u.hartnäckig jeden Morgen u.Abend raus u.haben mit Blechschaufeln etz.geballert was das Zeug hält,sonst wären es woh deutlich mehr Nester geworden.Einfach nur Belästigend u.nimmt mir echt ein großes Stück Wohnqulität!!!!!

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    • Liebe Sylvia, das klingt wirklich gruselig. Ich hatte insgeheim den Eindruck, dass man mit den Lautsprechern nur weitere Lärmquellen installiert, die am Grundproblem aber nicht viel ändern. Allerdings wohne ich (zum Glück, wie ich wohl sagen muss) nicht direkt mittemang am Ort des Geschehens und kann das nicht so gut einschätzen wie du, die direkt bei den Lautsprechern wohnt. Mist. 😦

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