Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Buchtipp: Tolle Portraits in „Stadtgespräche aus Elmshorn“

3 Kommentare

Es gibt nicht viele Bücher über Elmshorn. Umso schöner ist dieser Band von Patrizia Held und Uta Robbe-Oberhössel, in dem sie 35 Elmshorner mit interessanten Biographien in kurzen Portraits von jeweils zwei bis vier Seiten vorstellen.

Bevor ich vor knapp drei Jahren die Entscheidung getroffen habe, nach Elmshorn zu ziehen, habe ich natürlich ein wenig recherchiert, was es an einschlägiger Literatur über diese Stadt zu lesen gibt. Bei Amazon gibt es leider nur herzlich wenig zu bestellen, was näher mit Elmshorn zu tun hat – es sei denn, man zählt die unzähligen Radwanderkarten mit, oder auch Kaffeebecher, auf denen die Metropolen Tokio, New York, Paris und London gleichberechtigt neben Elmshorn aufgedruckt sind (oder auch Bierhumpen und Stoffbeutel mit derselben Aussage).

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich Ende 2014 in der Buchhandlung Heymann einen Portraitband mit dem Titel „Stadtgespräche aus Elmshorn“ von Patrizia Held und Uta Robbe-Oberhössel entdeckte. Ich kannte Patrizia flüchtig aus meiner kurzen Zeit als Zwischenmieterin in der „Königsklasse“, während der ich ein Büro in der Mühlenstraße bezogen hatte, weil zu Hause mein DSL-Anschluss auf sich warten ließ. Dass sie an einem solch hübschen Projekt arbeitet, wusste ich aber nicht.

Stadtgespräche Patrizia Held

Prominente und weniger bekannte Elmshorner im Portrait

Die beiden Autorinnen sind Journalistinnen und haben beide lange Zeit für die „Elmshorner Nachrichten“ gearbeitet. Im Lokaljournalismus trifft man natürlich jede Menge interessanter Leute, so dass eine Portraitsammlung eigentlich eine naheliegende Idee ist, um einmal all die vielen interessanten Begegnungen zusammenzufassen, die sie in dieser Stadt erleben konnten. Zu den portraitierten Elmshornern zählen Prominente wie der ehemalige Tennisprofi und Wimbledon-Sieger Michael Stich, der sich heute vor allem für eine Stiftung für HIV-infizierte und AIDS-erkrankte Kinder einsetzt, oder wie die ehemalige Elmshorner Bürgermeisterin Brigitte Fronzek, die im Portrait offen über ihre Einschränkungen als körperbehinderte Politikerin plaudert. Aber auch weniger bekannte Elmshorner wie Olaf Seiler, der Organisator des Elmshorner Stadtlaufes , an dem auch ich 2014 in der 10-km-Distanz teilgenommen habe. Oder das Ehepaar Ilse und Ludwig Klein, das den ehemaligen Wasserturm Elmshorn an der Jahnstraße gekauft und instandgesetzt hat und heute darin eine Kerzenwerkstatt betreibt, in der Besucher selbst Kerzen gießen oder handgefertigte Kerzen kaufen kann. Auch eine Außenstelle des Standesamtes ist im Wasserturm heute untergebracht.

Jede Menge Ideen für neue Elmshorn-Entdeckungen und Blogbeiträge!

Inzwischen habe ich alle Portraits gelesen und fand die allermeisten Lebensgeschichten hochinteressant. Sie haben mir mehr Einblick in die Geschichte und die Menschen dieser Stadt verschafft und natürlich eine ganze Menge Ideen für künftige Entdeckungen (und damit Blogbeiträge!) vermittelt. Der Wasserturm steht auf jeden Fall auf meiner Liste geplanter Aktivitäten (zum Kerzengießen versteht sich, verheiratet bin ich ja schon…), ebenso wie (ja, immer noch…) das Industriemuseum. Die Kulturstätte Haus 13 in der Adolfstraße reizt mich ebenfalls (vor allem weil ich sie prima zu Fuß erreichen kann), auch wenn in der aktuellen Spielzeit (jedes Jahr von Oktober bis Mai) dieses Mal für mich die Lange Nacht der Kleinkunst am 20. und 21. März besonders interessant gewesen wäre – die ist aber leider bereits ausverkauft. Ich werde aber immer wieder einmal reinschauen, ob sich nicht doch etwas tut, ansonsten halt in der nächsten Spielzeit. Bis dahin kann ich mich ja in einem Workshop bei der Elmshorner Künstlerin Ruth Alice Kosniek austoben (der Wochenend-Worshop „Lasuren und Strukturen in Acryl“ würde mich ziemlich reizen) oder bei einer der vielen verschiedenen Stadtführungen von Annekatrin Holbach tiefer in die Geschichte Elmshorns eintauchen.

Fazit: Klarer Lesetipp für alle, die sich intensiver mit Elmshorn und seinen Menschen auseinandersetzen wollen!

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3 Kommentare zu “Buchtipp: Tolle Portraits in „Stadtgespräche aus Elmshorn“

  1. Das Lied „New York, New York“ hieß ursprünglich „Elmshorn, Elmshorn“! LOL

    Allen „NeubürgerInnen“ in Elmshorn ein herzliches Willkommen.

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  2. Danke für den Lesetipp 🙂
    Ansonsten gibt es ja jährlich einen neuen Band „Beiträge zur Elmshorner Geschichte“: http://www.elmshorn.de/INTERNET/Kultur-Freizeit/Kultur/Literatur/Beitr%C3%A4ge-zur-Elmshorner-Geschichte
    Alle Titel sollten gegen geringe Lesegebühr in der Stadtbücherei verfügbar sein 😉

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  3. Pingback: „Das kann man machen, wenn man einen Turm hat“ | Elmshorn für Anfänger

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